Donnerstag, 8. April 2010 17:00
Am vergangenen Ostermontag war es wieder soweit. Rund um Köln, der Rennradklassiker in Deutschland wurde zum 94. Mal ausgetragen. Natürlich hatte auch ich mich wieder für die 70 km Jedermann-Challenge angemeldet.
Der Start für uns erfolgte um 11.00 Uhr im Rheinauhafen. Es ging direkt in sehr hohem Tempo am Schokoladenmuseum vorbei durch den Rheinufertunnel, das Konrad-Adenauer-Ufer entlang auf die Mülheimer-Brücke. In einer großen Gruppe zischte die Umgebung bei gefahrenen Tempi zwischen 40 kmh und 50 kmh nur so an mir vorbei.
In Paffrath gab es dann den ersten klitzekleinen Anstieg und eine lange Abfahrt nach Odenthal. Es wurde immer noch ein sehr hohes Tempo gefahren, aber das Feld riss so langsam auseinander.
Kurze Zeit später erfolgte dann der erste richtige Anstieg nach Bechen. Kleiner Gang rein und gemütlich im sitzen nach Oben pedalieren. Fast alle, die ich vorher überholt hatte fuhren nun an mir vorbei. Aber die sollte ich bei der nächsten Abfahrt und den Flachstücken wieder einholen. Bin halt ein guter Flachlandfahrer! 
Der zweite Anstieg ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Um in Bergisch Gladbach Sand anzukommen muss man zwar nur einen Anstieg von gut 900m in Angriff nehmen, aber dafür mit Steigungen zwischen 8% und 13%. Bei dem Anstieg verfluche ich jedesmal, dass ich vorne nur mit zwei Kettenblättern und ohne Kompaktkurbel fahre. Oben angekommen merkte ich, wie sich so langsam die Oberschenkel in Form von androhenden Krämpfen meldeten. Ab jetzt waren es noch gut 30 Kilometer bis ins Ziel und es wartete noch mein “Hausberg”, der Anstieg zum Schloss in Bensberg auf mich.
Auf dem Werksgelände des Hauptsponsors Krüger konnte ich noch einen Krampf im Unterschenkel des linken Beines verhindern, indem ich kurz aus dem Pedal ausklickte und das Bein ausschüttelte. Meine Oberschenkel waren aber jetzt schon komplett dicht. Nun ging es hoch zum Schloss Bensberg. Die Kulisse war dort mal wieder einmalig! Die Zuschauer feuern jeden einzelnen Fahrer enthusiastisch an. Ich konnte auf der rechten Straßenseite meine Eltern erblicken und fuhr natürlich dort dann auch vorbei und grüßte kurz.
Nun waren alle Berge geschafft und es ging wellig durch Forsbach zur Schmitzebud in Richtung Köln. Auf dem Streckenabschnitt kann man sich immer gut an Gruppen der 120km Strecke anhängen und nochmal in einem ordentlichen Tempo mitfahren. Ich fand zum Glück auch eine relativ gut funktioniernde Gruppe mit der ich bis zum Ziel gemeinsam fuhr. Man wechselte sich in der Führungsarbeit immer mal wieder ab und genoss ansonsten die Zeit im Windschatten.
In Köln ging es dann über die Severinsbrücke wieder zurück in den Rheinauhafen, wo schon einige tausend Zuschauer warteten und einen ebenfalls bejubelten. Im Ziel angekommen stieg ich vom Rad und konnte ersteinmal meine Beine gar nicht mehr bewegen. Nach ein paar Minuten ging es aber wieder und ich machte mich auf zum Bürgerhaus Stollwerk, wo ich meinen Zeitmess-Transponder abgeben musste.
Auf dem Weg dorthin sah ich dann meinen Cousin Peter aus Bochum. Ich hatte schon in der Startliste gesehen, dass er mitfährt und wir haben auch untereinander ein paar E-Mails ausgetauscht, aber am Start konnte ich ihn nicht sehen.
Jetzt unterhielten wir uns natürlich erstmal ausgiebig und machten aus, dass wir beim Sparkassen Giro in Bochum gemeinsam an den Start gehen.
Insgesamt war ich mit dem Rennen trotz der blockierenden Beine absolut zufrieden. Ich konnte mich zum letzten Jahr verbessern, obwohl die Vorbereitung nicht ganz so gut lief. So sprang am Ende eine Zeit von 2h:12Min dabei heraus, was Platz 1181 bedeutet. Mein Schnitt lag damit bei knapp 32kmh.
Für nächstes Jahr strebe ich dann eine Zeit von unter zwei Stunden an!

Rund um Köln 2010 - Severinsbrücke
Bildquelle: www.sportograf.com
Share on Facebook